Nachgefragt auf der ALTENPFLEGE 2016…

Professor Wolfgang Sattler

Bauhaus-Universität Weimar

„Besser leben im Alter: Dazu muss der Alltag einfacher sein und Spaß machen. Ingenieure, Produktdesigner, Marketing-Experten, für die Seniorenwirtschaft gibt es viel zu tun!“

Prof. Gunnar Spellmeyer

Hochschule Hannover

„Älter zu werden, insbesondere als Gesellschaft, bedeutet auch ein "Mehr" an Zukunft. Damit diese Zukunft von Qualität ist und ein selbstbestimmtes Leben noch lange ermöglicht wird, müssen sich Märkte den Bedürfnissen einer alternden Gesellschaft anpassen. Vor allem aber gilt es diese Bedürfnisse zu verstehen und Produkte wie auch Dienstleistungen zu entwickeln, die diesen entsprechen ohne zu stigmatisieren. Meine Motivation ist der enorme Handlungsdruck und eine Produktwelt, die semantisch, funktional und gestalterisch häufig eine Qualität aufweist, die mich schaudern lässt. Jedem anderen sollten die kommenden Bedürfnisse Motivation genug sein. Der größer werdende Markt, die Chancen für echte Innovationen sollten zumindest den letzten wirtschaftlich oder kreativ denkenden Geist wachrufen.“

Erstmalig wird es im Rahmen der ALTENPFLEGE 2016 eine Prototypenparty am Abend des 2. Messetages ab 17:00 Uhr auf der Sonderschau aveneo geben. Was dürfen die Besucher hier erwarten?

„Auf der Party feiert man Zukunft, man testet sie an. Die Zukunft wird von Erfindern für die Prototypenparty in die Gegenwart geholt und zur Diskussion gestellt. Hier kann man Einfluss nehmen. Man kann sich an Innovationen beteiligen und Partner, Experten oder Investoren kennenlernen. Man spürt den Zukunftsglauben und lässt sich inspirieren. Die Party hat etwas Ermutigendes: sie macht deutlich, dass Zukunft gestaltbar und formbar ist. Und nebenbei kann ich heute schon in Produkte von morgen investieren: finanziell, mit meiner Zeit oder meinem Wissen, meinen Kontakten.“

Jasmin Arbabian-Vogel

Interkultureller Sozialdienst GmbH, Hannover

„Start-Ups in der Altenpflege benötigen drei entscheidende Instrumente:
Erstens eine klare Vorstellung – oder besser gesagt: ein klares Konzept- darüber, wer ihre Kunden sind, wie sie diese versorgen wollen und welche Vorstellung sie von Arbeit, Führung und Pflege haben.

Zweitens benötigen sie Grundkenntnisse der Betriebswirtschaft und drittens müssen Sie die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen kennen.
Die wichtigsten strategischen Partner der Start-Ups sind Banken als Geldgeber, Steuerberater insbesondere in ihrer beratenden Funktion und das geschäftliche sowie das soziale Umfeld als Netzwerk und Motivator.“

Lutz Schütze

Hochschule Hannover

„Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels mit einer deutlich gestiegenen Lebenserwartung und der Zunahme von pflegebedürftigen Menschen steigen die Anforderungen an professionell Pflegende.

Neben den bekannten Schlüsselqualifikationen kommt der Ausbildung ethischer Kompetenz eine entscheidende Rolle zu. Professionelle Pflege ist durch die Fähigkeit zur Reflexion und Begründung des eigenen Handelns gekennzeichnet – zwei gesunde Hände und das Herz am richtigen Fleck reichen nicht mehr aus.“

Dr. David Lohmann

Bankhaus Hallbaum AG

„Der Markt muss schnellstens das Image eines überbordenen Kostenfaktors und ständigen Sorgenkindes abstreifen. Die Investoren müssen verstehen lernen, dass im Bereich der Altenpflege Renditen durchaus auch mit innovativen Produkten und nicht nur mit der Immobilie zu erzielen sind. Und die öffentliche Hand muss endlich die Dynamik in dem Markt als Wirtschaftsfaktor erkennen.“

Kirstin Overbeck

etage8 GmbH, MORMOR

„2015 war für uns ein spannendes Jahr und wurde geprägt von den Kontakten, die wir auf der Altenpflege 2015 knüpfen konnten. Wir waren besonders erfreut als nominierte Newcomer für den Altenpflege Innovationspreis auf der aveneo Sonderschau ausstellen zu dürfen, um ein bisschen frisches Gründerfeeling in die Messe einzubringen. Wir möchten in diesem Jahr unsere alten Kontakte pflegen, neue knüpfen und natürlich unsere MORMOR Produkte weiter bekannt machen.“

 

Carola Schwennsen

Geschäftsführerin Fachausstellungen Heckmann, durchführende Messegesellschaft der ALTENPFLEGE 2016

„Wir als Messegesellschaft haben, gemeinsam mit Vincentz Network, die Altenpflege schon vor 26 Jahren als großes Zukunftsthema betrachtet. Es freut mich sehr, dass sich die Veranstaltung seitdem zur wichtigsten Fachmesse der Branche entwickelt hat. Mit der ALTENPFLEGE schaffen wir einen Marktplatz, auf dem sich die wichtigsten Player der Branche treffen, sich gegenüberstehen und austauschen. Mich begeistert, mit welcher Empathie und Leichtigkeit alle Beteiligten das an sich schwere Thema angehen und immer wieder neue, frische und zukunftsweisende Ideen entwickeln.“

 

Holger Göpel

CARE INVEST

„Social Entrepreneurship ist unverzichtbar zur Bewältigung des demografischen Wandels. Neues Denken und modernes soziales Unternehmertums in Hinblick auf die Erarbeitung innovativer, pragmatischer und nachhaltig wirkender Lösungen prägen in steigendem Maße die Entwicklung bedarfsgerechter Betreuungs- und Pflegesettings in einem alterns- und generationengerechten Lebensumfeld.“

Meike Weber

Detail-Verlag

„Die Politik setzt auf kostengünstigen Wohnungsbau. Genügt das, unsere Städte und Regionen zu sozialen Städten zu machen? Architekturen und Städte sind soziale Tatsachen, die sich räumlich formen. Demographischer Wandel bedeutet nicht allein Überalterung, sondern die Entstehung neuer Gesellschaftsstrukturen, die entsprechende Lebensräume fordern. Baugruppen und Genossenschaften zeigen Lösungsansätze des Gemeinschaftswohnens. Diese müssen integriert sein in eine soziale Stadt der kurzen Wege. Es geht um Integration und Öffnung. Um Zugang statt um Besitz. Es geht um Identität. Demokratischen Design bestimmt die Zukunft - vom Gebäude zur Stadt, vom Individuum zur Gemeinschaft.“

Michael Schlenke

the caretakers

„Aus meinen europäischen Beratungsmandaten für Unternehmen, Think Tanks und diplomatische Vertretungen kenne ich den Wunsch nach erfolgsversprechenden Markteintritts-Strategien für den deutschen Pflegemarkt.
Es handelt sich nicht so sehr um ein Zögern, als vielmehr um einen gesunden Respekt vor der Größe des Marktes, den manchmal sehr heterogenen Strukturen und den bereits etablierten Akteuren. Für innovative Konzepte und Services bestehen jedoch nach wie vor gute Chancen.“

Prof. Franz Hinrichsmeyer

HS Magdeburg-Stendal

„Design ist immer ein Stück Produktqualität und bedeutet insofern- wenn es richtig gemacht ist-einen Mehrwert für jedes Produkt.

Industriedesign kann und sollte immer Vordenker als wissenschaftliche Querschnittsdisziplin sein und hilft dabei die Zukunft zu gestalten. Dies gilt in besonderer Weise für Produkte die im Rahmen der Altenpflege eingesetzt werden können. Verbesserte Produkten oder Innovationen für die Altenpflege treffen dabei einen größer werden Teil der Bevölkerung- die Generation über 67- und damit einen Wachstumsmarkt.

Investitionen in neue Design Ideen und Design Produkte können somit in jedem Falle durch höhere Umsätze refinanziert werden und finden eine hohe Akzeptanz und Aufmerksamkeit im Markt.“

Mario Leupold

Innovationszentrum Niedersachsen GmbH

„Die Digitalisierung schreitet massiv voran. Industrie 4.0 ist dabei nur eins der aktuellen Stichwörter.

Neue Lösungen für Automatisierung, Vernetzung und Datensicherheit entstehen in allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft.
Wichtigster Innovationstreiber ist dabei aus meiner Sicht die totale Digitalisierung des Privaten. Ich erwarte, dass dieser Trend auch soziale Dienstleistungen wie die Pflege stark verändern wird. Das ist bereits heute erkennbar.“

Natalie Röll

easierLife GmbH

„Sensorsysteme als technische Unterstützung der Pflege sind der breiten Masse noch nicht bekannt.

Bei der ALTENPFLEGE möchten wir die Aufmerksamkeit daher stärker auf technische Innovationen lenken. Experten aus Management und Pflege haben dort die Möglichkeit sich von den Vorteilen einer Unterstützung durch Technik zu überzeugen und uns Feedback zu geben - direkt aus der Praxis heraus. Technik soll sich schließlich an den Menschen anpassen, nicht andersherum.“